Der Vater des Value Investings

Benjamin Graham zeichnete sich als Investmentmanager und Finanzpädagoge aus. Er verfasste unter anderem zwei Investmentklassiker von unvergleichbarer Bedeutung. Er ist der Gründervater zweier fundamentaler Investmentdisziplinen – der Wertpapieranalyse und des Value Investings.

Sein erfolgreiches Buch, “Wertpapieranalyse* (1934), geschrieben mit David Dodd und sein bemerkenwertes Meisterwerk “Intelligent Investieren* (1949) werden von vielen Investmentprofis als die besten Bücher angesehen, die jemals für Aktieninvestoren geschrieben wurden. Beide Bücher sind auch in der heutigen Zeit immer noch aktuell und werden als Literatur für universitäre Studiengänge verwendet.

Benjamin Graham ist auch berühmt geworden als Lehrer und Mentor von Warren Buffett sowie von anderen namhaften Investoren.

Persönliches Profil

Im Jahre 1895 kam Benjamin Graham im Alter von einem Jahr als Einwanderer aus England in die Vereinigten Staaten. Er wuchs in Manhattan und Brooklyn, New York auf. Sein Vater starb als er neun Jahre alt war. Es waren aus wirtschaftlicher Sicht die schwersten Jahre für Benjamins Familie. Diese Situation veranlasste ihn nach finanzieller Sicherheit und Unabhängigkeit zu streben.

Er studierte an der Columbia University im Jahre 1914 und arbeitete sofort als Bote für die Wall Street Firma Newburger, Henderson & Loeb. 1920 wurde er Partner in der Firma.

1926 gründete Graham eine Investmentpartnerschaft mit Jerome Newman und zur gleichen Zeit begann er an der Columbia Vorträge auf dem Gebiet der Finanzen zu halten. Eine Bemühung, die er bis zu seinem Ruhestand 1956 verfolgte. Es wurde berichtet, dass Graham den größten Teil des Vermögens im Börsencrash von 1929 verlor. Aber die Investmentgesellschaft überlebte diese schwere Zeit und erlangte schrittweise zur Ausgangslage vor dem Crash zurück.

Benjamin Graham zog wertvolle Lehren aus dieser Erfahrung und veröffentlichte 1934 als Co-Autor ein mächtiges Lehrbuch mit dem Titel „Wertpapieranalyse*, das bis heute als Investmentklassiker gilt. Die Graham-Newman-Partnerschaft entwickelte sich sehr positiv bis zur Beendigung im Jahre 1956 mit einer durchschnittlichen jährlichen Rendite von 17%.

Investmentphilosophie

Benjamin Graham hat eine Formel entwickelt mit der er seine Aktien kauft, bei denen der Kurs zweidrittel oder weniger unter dem Nettoumlaufvermögen liegt. Das Nettoumlaufvermögen wird wie folgt berechnet:

Umlaufvermögen (sowie Bargeld, Inventar und Finanzanlagen) abzüglich der Gesamtverbindlichkeiten (die Summe der kurz- und langfristigen Verbindlichkeiten)

Das Nettoumlaufvermögen dient als eine konservative Berechnung für den Buchwert eines Unternehmens. Gebäude, Marken und Patente werden in diese Kalkulation nicht berücksichtigt. Bei der Berechnung des Nettoumlaufsvermögens empfiehlt es sich nicht nur auf die Zahlen zu verlassen, sondern auch selbst über die Situation nach zu denken. Ein gutes Beispiel um seinen Verstand zu verwenden, wäre es herauszufinden, ob die Wertbestimmung des Inventars korrekt ist. Während der Technologie-Blase (Ende 1990er/Anfang 2000er) hatten viele Telekommunikationsgesellschaften bzw. Kabelgesellschaften Milliarden von US-Dollars auf den Bilanzposten Inventar stehen. Einige Jahre später mussten diese Unternehmen mit einem Rotstift ihr Inventar mit Hunderte Millionen US-Dollar abwerten.

Wenn Benjamin Graham eine unterbewertete Firma zu einem attraktiven Preis gefunden hat, beurteilt er vor allem die qualitativen Aspekte. Er bevorzugt Unternehmen, die einen langen Zeitraum profitabel gewesen sind und Dividenden an ihre Aktionäre ausschütteten. Und Benjamin verlangt besonders, dass das Unternehmen relative wenig langfriste Schulden in seinen Büchern hat und dass der durchschnittliche KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis) der letzten drei Jahre nicht den Wert von 15 überschreitet. Und abschließend versucht er sein angelegtes Kapital zu streuen, damit das Risiko der einzelnen Aktienpositionen begrenzt ist.

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