Platzt jetzt die Bitcoin-Blase?

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Bitcoin-Blase
Quelle: pixabay.com/MichaelWuensch

Platzt jetzt die Bitcoin-Blase?

Der Name Bitcoin ist heute in aller Munde. Jeder spricht über diese virtuelle Währung. Einige verehren den Bitcoin und andere sagen die Bitcoin-Blase voraus. Wer hat Recht? Vorab sollte man erst mal wissen, was ein Bitcoin überhaupt ist und gibt es ähnliche Vergleiche in der Finanzgeschichte.

Was ist ein Bitcoin?

Der Bitcoin ist eine digitale Währung (auch Kryptowährung genannt), die nicht von der Zentralbank oder Regierung eines Landes reguliert wird. Bitcoins können gegen Waren oder Dienstleistungen von Lieferanten eingetauscht werden, die Bitcoins als Zahlungsmittel akzeptieren.

Bitcoin-zu-Bitcoin-Transaktionen werden durch den digitalen Austausch von anonymen, stark verschlüsselten Hash-Code über ein Peer-to-Peer (P2P) -Netzwerk durchgeführt. Das P2P-Netzwerk überwacht und überprüft die Übertragung von Bitcoins zwischen Benutzern. Die Bitcoins jedes Benutzers werden in einem Programm gespeichert, das als digitale Brieftasche (Wallet) bezeichnet wird und das auch jede Adresse enthält, von der der Benutzer Bitcoins sendet und empfängt, sowie einen privaten Schlüssel, der nur dem Benutzer bekannt ist.

Das Bitcoin-Netzwerk wurde entwickelt, um mathematisch nicht mehr als 21 Millionen Bitcoins zu generieren. Des Weiteren ist das Netzwerk so eingerichtet, dass es sich selbst reguliert, um mit der Inflation fertig zu werden. Bitcoins können übertragen werden, indem eine Übertragungsanforderung von einer Bitcoin-Adresse in der Brieftasche des Kunden an eine Bitcoin-Adresse in der Brieftasche des Verkäufers initiiert wird. Zum jetzigen Zeitpunkt ist ein Bitcoin (auch BTC genannt) 11.007,22 Euro wert – aber genau wie bei Aktien kann der Wert von Bitcoins schnell schwanken.

In den Vereinigten Staaten und in Europa sind Bitcoins umstritten, weil sie für illegale Geldtransaktionen verwendet werden könnten oder um nicht gemeldete Einnahmen vor den Finanzämtern zu verbergen. Die Bitcoin-Richtlinie schreibt nun vor, dass Transaktionen mit regulären Währungen an eine Identität angehängt werden müssen.

Warum gewinnt der Bitcoin an Beliebtheit?

In der heutigen digitalen Welt hat sich die Art und Weise wie wir viele Dinge tun, dramatisch verändert. Wir verlassen uns heutzutage auf moderne Technologie für alle möglichen Dinge, wie zum Beispiel um Geschäfte zu führen, mit Freunden und Familie in Verbindung zu bleiben, uns selbst zu unterhalten und sogar für praktische Dinge wie Einkäufe zu erledigen, unsere Ausbildung zu verbessern und vieles mehr.

Ein weiteres Beispiel wie Technologien unser Leben verändert haben, ist die Art und Weise wie wir bestimmte Geldtransaktionen durchführen. In den letzten Jahren haben wir dank technologischer Fortschritte den Komfort und die Einfachheit von Online-Zahlungen wie Kreditkarten für Online-Transaktionen und sogar die Nutzung von Zahlungsdiensten wie Paypal zum Senden oder Empfangen von Geld genießen können. In jüngster Zeit ist der Begriff Kryptowährung jedoch eine zunehmend beliebte Option geworden, und eine der bekanntesten auf der Welt ist der Bitcoin.

 

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Bitcoin ist die bekannteste digitale Währung der Welt und hat in den letzten Jahren große Erfolge gefeiert. Dies ist eine Währung, die sowohl im Wert als auch in der Nutzung gestiegen ist und Experten glauben, dass dies aus einer Reihe von wichtigen Gründen geschehen ist. Bitcoin gilt als ein sicherer, wertschätzender und dezentralisierter digitaler Vermögenswert, der sowohl in seiner Beliebtheit als auch in seinem Wert förderlich ist.

Eine der wichtigsten treibenden Kräfte hinter dem erhöhten Wert des Bitcoins ist seine weit verbreitete Verwendung auf der ganzen Welt. Viele entscheiden sich nun dafür, Zahlungen über Bitcoin zu tätigen, anstatt andere Methoden zu verwenden. Für die Verbraucher bietet der Bitcoin weitere Möglichkeiten wie eine erhöhte Benutzerfreundlichkeit und Einfachheit von Online-Transaktionen mit dem zusätzlichen Plus an Sicherheit. Der Faktor Sicherheit ist etwas, dass Du nicht immer bekommst, wenn Du Zahlungsmethoden wie Kreditkarten verwendest.

Bitcoin als Zahlungsmittel

Ein weiterer Grund, warum die Beliebtheit zugenommen hat, ist dass die Akzeptanz ebenfalls gestiegen ist. Es gibt jetzt viele Orte, an denen Verbraucher per Bitcoin bezahlen können. Viele Unternehmen akzeptieren Kryptowährungen jetzt als Zahlungsmethode. Von Restaurants über Cafés bis hin zum Immobilienmakler steigt die Verwendung der virtuellen Währung.

Da der Bitcoin so populär geworden ist, ist es wahrscheinlich, dass sich die Zahl der Einzelhändler und Unternehmen die Bitcoin-Transaktionen akzeptieren, in der Zukunft rapide erhöht. Dies wiederum wird die Verwendung von Bitcoins bei den Verbrauchern weiter vorantreiben, was sich auf den Wert dieser digitalen Währung auswirken wird. Zum Beispiel akzeptieren Online-Casinos und ähnliche Seiten beliebte Zahlungsmethoden wie Kreditkarten, aber in Zukunft können solche Webseiten auch anfangen, Kryptowährungen zu akzeptieren. Dies würde es den Kunden noch einfacher machen, Zugang zu einer Reihe von Slot- und Tischspielen zu erhalten.

Natürlich werden auf absehbare Zeit noch viele andere Zahlungsarten von den Verbrauchern auf der ganzen Welt endeckt und genutzt werden, um Einkäufe zu tätigen. Kreditkarten und Online-Zahlungsdienste wie Paypal sind immer noch sehr beliebte Zahlungsmethoden. Doch die Kryptowährungen werden sich zukünftig schnell zu einer bevorzugten Option bei vielen Verbrauchern entwickeln.

Angesichts der ungebrochenen Beliebtheit des Bitcoins auf der ganzen Welt, sieht es so aus, als ob diese digitale Währung auf der ganzen Welt weiterhin erfolgreich sein wird und immer mehr Menschen sich für diese Form der Währung interessieren werden.

Bevor ich die Frage „Platzt jetzt die Bitcoin Blase?“ beantworten kann, werde ich einige hunderte von Jahren in die Vergangenheit gehen, um zu sehen wie sich einige der größten Finanzblasen entwickelt haben und um sie mit der aktuellen Situation des Bitcoin zu vergleichen.

Tulpenmanie

Am Anfang des 17. Jahrhundert waren die Sieben Vereinigten Provinzen der Niederlande, die größte Handelsmacht auf diesem Planeten. Diese Epoche wird auch als das Goldene Zeitalter der Niederlande* genannt. Zur damaligen Zeit verfügten die Niederlande über ein weltumspannendes Kolonialreich, das sich von Nieuw Amsterdam (das heutige New York City) über Ceylon (Sri Lanka) nach Indonesien und Japan erstreckte.

Eine entscheidende Rolle zum Aufstieg der Niederlande als Weltmacht spielte die 1602 gegründete Niederländische Ostindien-Kompanie (Vereenigde Oostindische Compagnie oder VOC), die sich rasch zum größten Handelsunternehmen des 17. Jahrhunderts entwickelte und ein niederländisches Monopol im Asienhandel aufbaute. Ihre Handelsrouten erstreckten sich längs der afrikanischen und asiatischen Küste mit Stützpunkten in Indonesien, Japan, Taiwan, Ceylon und Südafrika.

Für den Handel mit Westafrika und Amerika wurde die Niederländische Westindische Kompanie (Geoctroyeerde West-Indische Compagnie oder WIC) gegründet, die in Nordamerika die niederländische Besitzung Nieuw Nederland mit dem Verwaltungssitz Nieuw Amsterdam verwaltete. Weitere Handelszweige waren der Ostseehandel, der Handel mit Russland und der Handel mit Italien und der Levante, den Ländern an der Ostküste des Mittelmeeres.

Die Erfindung des Modernen Kapitalismus

1609 wurde die Amsterdamer Wechselbank gegründet und zwei Jahre später die Amsterdamer Warenbörse. Diese Institutionen bildeten den Grundpfeiler des modernen Kapitalismus. Durch den verbesserten Zahlungsverkehr pilgerten Investoren und Kaufleute aus allen Teilen Europas nach Amsterdam, um an den Geschäften der Handelskompanien teilhaben zu können. Die Niederländer erfanden ein neues Finanzprodukt, namens Aktie. Eine Aktie ist eine Beteiligung an einem Unternehmen und in diesem Fall an der Ostindischen Handelskompanie. Die Niederländer entwickelten dieses Produkt, um Gelder von Privatinvestoren und Kaufleuten zu bekommen, damit sie dieses Kapital in neue Expansionen und Handelsrouten investieren konnten. Noch heute geben Unternehmen Anteile aus, um an Kapital zu gelangen.

Goldene Zeitalter der Niederlande - Bitcoin-Blase
Quelle: pixabay.com/WikiImages

Durch den Handel kamen exotische Gewürze und andere Handelswaren in die Niederlande, unter anderem eine Zwiebel. Die Zwiebel kam ursprünglich aus den Bergen Kasachstans und gelangt über das Osmanische Reich nach Amsterdam. Ich spreche hier von der Tulpenzwiebel.

Die Tulpen entwickelten sich bereits in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts zu einem Liebhaberobjekt unter den Amsterdamer und anderen Kaufleuten der Niederlande. Die Kaufleute und andere Berufsstände des Bürgertums kultivierten die Tulpe in ihren Gärten. Mit der Zeit entstand unter den Liebhabern ein wahrer Tauschhandel und zum Ende des 16. Jahrhunderts kam der kommerzielle Handel mit Tulpen hinzu.

Die Gier nach mehr

Ab den 1630er Jahren witterten Spekulanten das große Geschäft mit den Tulpen. Somit fingen die Geschäftsleute damit an, sogenannte Termingeschäfte auf die Tulpenzwiebel abzuschließen, die es noch gar nicht gab. Das heißt, dass die Zwiebel nur auf dem Papier verkauft wurde und diese musste nach der Blüte ausgegraben und an den Käufer übergegeben werden.

Die Spekulanten witterten große Geschäfte. Sie hatten kein Interesse daran, Tulpen überhaupt anzubauen, sondern kauften nur Zwiebeln, damit sie sie später mit Gewinn an andere Spekulanten oder Kaufleute weiter verkaufen konnten.

Im Winter des Jahres 1636/37 erreichte die Tulpenmanie ihren Höhepunkt. In diesem Zeitraum wechselte eine einzelne Zwiebel für einen Wert von 2.500 Gulden den Besitzer. Am 3. Februar 1637 wendete sich das Blatt erstmals. Bei einer Tulpenversteigerung in Haarlem erreichte keine der angebotenen Zwiebeln den geforderten Preis. Zwei Tage später machten die letzten Kaufleute bei einer Auktion in Alkmaar Kasse: Hier gingen 99 Zwiebeln für insgesamt 99.000 Gulden (nach heutigen Maßstäben umgerechnet ca. € 900.000) über den Tisch. Die teuerste erreichte einen Preis von 5.200 Gulden.

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Keiner der vielen Händler wollte für eine Tulpenzwiebel einen so großen Geldbetrag mehr bezahlen. Daraufhin platzte die Tulpenblase und die Preise fielen innerhalb weniger Wochen ins Bodenlose. Die meisten Kaufleute blieben auf ihren Termingeschäften sitzen und konnten keine Gewinne mehr generieren. Somit war die erste Finanzkrise des modernen Kapitalismus geboren.

Erstaunlicherweise berührte das Platzen der Spekulationsblase kaum die niederländische Wirtschaft. Es lag vor allem daran, dass die Wirtschaft durch den Überseehandel mit den Kolonien blühte und die Gruppe der Tulpenspekulanten sehr klein war.

Die Tulpenmanie hatte auch etwas Gutes, sie hatte bedeutende Kunstschätze hervorgebracht, wie zum Beispiel die großartigen Gemälden des niederländsichen Malers Rembrandt van Rijn, die heute im Rijksmuseum in Amsterdam zu bestaunen sind. Aber auch wurden die berühmten niederländischen Gärten in den Städten angelegt, die die Besucher heute besichtigen können.

Tulpenmanie vs. Bitcoin-Blase

Jetzt heißt es zu vergleichen, ob es zwischen der Tulpenmanie von 1637 in den Niederlanden zur aktuellen Situation der virtuellen Währung Bitcoin Parallelen existieren. Im goldenen Zeitalter der Niederlande gab es eine begrenzte Anzahl von wertvollen Tulpenzwiebeln wie der Admiral Enkhuizen oder der Semper Augustus. Hier gibt es eine Parallele zum Bitcoin, der aus regulatorischen Gründen auf eine maximale Anzahl von 21 Mio. Stück begrenzt ist.

Bei der virtuellen Währung ist es nicht ersichtlich, ob es sich um ein Statussymbol handelt, wie es die Tulpenzwiebel damals war. Der Grundgedanke des Bitcoins ist eine sichere und bankenferne Währung zu sein, das als Zahlungsmittel für Produkte und Dienstleistungen eingesetzt wird. Somit handelt es sich beim Bitcoin, um eine neue Zahlungsmethode, die vor allem bei Online-Transaktionen verwendet wird.

Nun hat sich im Laufe des Jahres 2017 eine große Euphorie für den Bitcoin entwickelt, die den Kurs innerhalb von 12 Monaten um 1.000% steigen ließ. Aber warum geschieht es jetzt? Was steckt dahinter? Zu Zeiten des Tulpenfieber verursachte die Spekulation durch Termingeschäfte und die Gier nach schnellem Reichtum zu einem regelrechten Preisboom. Ein Kaufmann konnte für 3 Tulpenzwiebeln ein Haus an der Herengracht in Amsterdam kaufen. Bei einem aktuellen Kurswert von 11.007,22 Euro für einen Bitcoin, könnte ein Bitcoin-Besitzer (falls derjenige mehrere Bitcoins besitzt) das Gleiche tun.

Es gibt sicherlich eine berechtigte Annahme für ein mögliches Platzen einer Bitcoin Blase. Wie auch die Spekulationsblase zur Zeit des Tulpenfiebers gab es am Ende keine Käufer mehr, die eine so hohe Summe für eine Zwiebel zahlen wollten und somit platzte die Blase und der Preis für eine Zwiebel fiel auf das Preisniveau einer Speisezwiebel. Dies kann unter anderem dem Bitcoin auch passieren. Sobald es keine Käufer mehr geben wird, wird auch der Wert des Bitcoins schlussendlich ins bodenlose fallen.

Dotcom-Blase

Einige Anleger des Neuen Marktes können sich noch an die turbulenten Zeiten erinnern. Der Hype auf alle Internet- und Mobilfunkaktien begann im Jahr 1995 und hatte seinen Höhepunkt im März 2000 als die Dotcom-Blase (Der Begriff Dotcom bezieht sich dabei auf die Internet-Domain-Endung „.com“, was im Englischen für Commercial steht) platzte.

Der Auslöser des Booms waren die hohen Gewinnerwartungen auf Technologieunternehmen, vor allem aus dem Internet- und Mobilfunkbereich, wie auch die Spekulation auf die steigenden Aktienkurse der jeweiligen Unternehmen. Das hatte zur Folge, dass weitere neue Start-up-Unternehmen gegründet wurden und diese schnellstmöglich an die Börse gelangen sollten. Besonders immer mehr Privatanleger wurden auf die steigende Nachfrage der Aktien dieser jungen Unternehmen aufmerksam. Es kam zu einem weltweiten Boom.

Dotcom-Blase - Bitcoin-Blase
Quelle: pixabay.com/TheDigitalArtist

Durch diesen Aufschwung der jungen Unternehmen gründete sogar die Deutsche Börse ein eigenes Marktsegment, namens „Neuer Markt“. In diesem Segment wurden alle angeblich zukunftsweisenden und stark wachsenden Unternehmen als Tech-Unternehmen gelistet. In den USA wurden alle Technologieunternehmen an der NASDAQ notiert.

Gerade dieser zukunftsweisende Charakter verleitete viele Anleger dazu, ihr Geld in die Aktien eines dieser Unternehmen zu investieren. Von den Medien angestachelt hegten sie die Hoffnung, an vermeintlich zukünftigen Gewinnen teilzuhaben.

Der größte Teil der Anleger war von den hochgesteckten Erwartungen der Unternehmen so sehr begeistert und geblendet, dass sie den eigentlichen inneren Wert des Unternehmens sowie den Jahresabschlüssen, keine Beachtung schenkten. Da vor allem Wachstumsaktien ihr Vermögen für das Wachstum benötigten, schütteten sie keine Dividenden an die Aktionäre aus. Viele der Kleinaktionäre, die auf den Zug aufgesprungen waren, wussten dies nicht und merkten es viel zu spät.

Die Volksaktie

In Deutschland war die Euphorie besonders bei der Deutschen Telekom sehr groß gehalten. Die Telekom ist das Paradebeispiel der Dotcom-Blase von 2000. Die sogenannte „Volksaktie“ entwickelte sich während dieser Zeit zu einem Spekulationsobjekt der Massen. Die T-Aktie startete am 18. November 1996 mit einem Emissionspreis von 28,50 DM, umgerechnet waren es knapp 14,50 €. Die Euphorie der Deutschen brachte die T-Aktie im März 2000 auf einem Höchststand von 104,90 €. Durch riskante Firmenzukäufe vor allem in den Vereinigten Staaten und einer enorm hohen Verschuldung, stürzte die Telekomaktie im September 2002 bis auf 8,42 € ab. Ein Kurssturz von ca. 95% innerhalb von 2 Jahren.

Leider wurden viele unerfahrene Anleger in riskante und prospektgeschönte Investments gelockt. Der Kurszusammenbruch der Deutschen Telekom schallt noch heute der deutschen Aktionärskultur nach. Das Interesse in Aktien zu investieren hat seitdem sehr gelitten.

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Bedauerlicherweise wurde es vielen Aktionären zu spät bewusst, dass die Unternehmen ihren Börsenwert nicht gerecht werden konnten. Die meisten Unternehmen erzielten seit ihrer Gründung keine Gewinne, sondern der eigentliche Wert dieser Unternehmen bestand vielmehr aus dem Know und Intellekt der Mitarbeiter. Nachdem die ersten Dotcom-Unternehmen speziell in den USA, Insolvenz anmeldeten, begannen die ersten Anleger zu zweifeln. Die ersten von Ihnen entschieden sich für den Verkauf ihrer Aktienbestände.

Im März 2000 verwandelte sich der stetige Kurszerfall schlussendlich zu einem dramatischen Kurssturz, als viele Anleger aufgrund der aufkommenden Panik ihre Aktien um jeden Preis zu verkaufen begannen.

Auffallend war jedoch gerade, dass der Kleinanleger aber auch der erfahrene Börsianer auf eine schnelle Erholung des Marktes hoffte. Zum Schluss verpassten sie den Absprung und verloren so einen Großteil ihres investierten Kapitals. Dieser Börsencrash ging in die Geschichte ein als das „Platzen der Dotcom-Blase“.

Dot.com-Blase vs. Bitcoin Blase

Auch hier heißt es zu vergleichen, ob es zwischen der Dot.com-Blase Anfang dieses Jahrtausends und zur aktuellen Situation der virtuellen Währung Bitcoin Parallelen existieren. Auf einer emotionalen Ebene zwischen Anleger der Dot.com Ära und der des Bitcoin-Anlegers sind durchaus Gemeinsamkeiten festzustellen. Eine große Anzahl an Marktteilnehmern haben wenig oder sogar kein fundiertes Fachwissen. Sie sind von den Medien und der allgemein herrschenden Euphorie der Massen beeinflusst worden auf riskante Wetten zu setzen. Das geschah sowohl bei den hochgepriesenen Internetaktien oder auch bei der sogenannten Volksaktie der Telekom. Leider ist es auch bei der neuen Währung des Bitcoins zu spüren, dass unerfahrene Anleger und Unwissende an den Ereignissen mit dem Ziel in kürzester Zeit reich zu werden teilnehmen möchten und dies auch tun.

Dies kann dazu führen, dass die unerfahrenen Anleger wieder leer ausgehen werden, weil sie nicht aus der Geschichte der Dot.com-Blase gelernt haben. Daher sind in diesem Vergleich nicht die jeweiligen Werte zu sehen, Bitcoin-Wert und Börsenwert eines Internetunternehmens, sondern die Psychologie der Marktteilnehmer.

Durch eine mögliche Fehlinterpretation von unerfahrenen Bitcoin-Käufern könnte es zu weiteren starken Kursschwankungen kommen, im schlimmsten Fall zum Platzen der womöglichen Bitcoin-Blase, die den Einzelnen hart treffen wird.

Finanzkrise 2007/2008

Die Finanzkrise von 2007/2008 ist jedermann noch sehr gut in Erinnerung. Die Finanzkrise nahm ihren Anfang im Herbst 2006, als der Abschwung auf den US-Immobilienmärkten einsetzte. Seit Beginn des Neuen Jahrtausends erlebten die Immobilienmärkte in den USA einen riesigen Boom. Auffällig war, dass der Anteil an privatfinanzierten Hypothekenkrediten mit schlechter Bonität (so genannte Subprime Mortgages) stark zunahm. Eine große Anzahl von Krediten wurden durch Banken als so genannte Mortgage Backed Securities (Hypothekenbesichertes Wertpapier) verbrieft und weiterverkauft. Des Weiteren wurden Kreditforderungen jenseits des Prime-Segments verbrieft. Dies wurde mit Hilfe von CDOs (Collateralized Debt Obligations) betrieben.

Dieses Wertpapier bestand aus mehreren Tranchen aus verbrieften Hypothekendarlehen oder besser gesagt, es entpuppte sich als ein toxisches Wertpapier, dessen Wert bei null lag. Im gleichen Zeitraum des Jahres 2006 brach der amerikanische Immobilienmarkt zusammen. Immer mehr Menschen, die sich aus Subprime-Krediten ihre Häuser gekauft hatten, konnten ihre Hypotheken nicht mehr bedienen. Gleichzeitig verloren die Finanzpapiere auf Hypothekenkredite drastisch an Wert und das führte dazu, dass die Banken erdbebenmäßig ins Wanken kamen.

Danach nahm alles seinen Lauf. Die ersten Subprime-Immobilienfinanziers wie New Century Financial Corp. mussten im April 2007 Insolvenz anmelden. Auch die ersten Banken mussten hohe milliardenschwere Abschreibungen auf CDOs tätigen.

Das Unheil nahm seinen Lauf

Das erste große Opfer der Subprime-Krise wurde die US-amerikanische Investmentbank Bear Stearns. Sie besaß drei Hedge Fonds, die zu Beginn der Krise bereits Insolvenz anmelden mussten. Infolge dessen kamen an der Wallstreet immer wieder Gerüchte auf, dass Bear Stearns Liquiditätsprobleme hätte. Mitte März 2008 wies der Vorstand diese Meldung als unwahr zurück. Nur 4 Tage später, lies die Bank verlauten, dass es doch einige schwerwiegende Zahlungsprobleme gäbe. Daraufhin war der Kreditmarkt für die Bank so gut wie nicht mehr zugänglich und der Aktienkurs der Bank brach unmittelbar danach um 47% ein. Schließlich wurde das Investmenthaus Bear Stearns am 14. März 2008 kurz vor dem Zusammenbruch an die Bank J.P. Morgan Chase verkauft und die Federal Reserve übernahm die bilanziellen Risiken in Höhe von 29 Milliarden US-Dollar.

Subprime-Krise - Bitcoin-Blase
Quelle: pixabay.com/MonicaVolpin

(Bemerkung des Autors: die Geschichte der Subprime-Blase wurde im Roman von Michael Lewis The Big Short* verpackt und kam im Januar 2016 in die Kinos)

Dann kam es am 15. September 2008 zum Bankrott von Lehman Brothers, der als „Schwarzer Montag“ in die Finanzgeschichte einging. Die amerikanische Investmentbank Lehman Brothers meldete Insolvenz an und löste damit eine beispiellose Panikwelle auf den internationalen Finanzmärkten aus. Der Geldfluss kam nahezu zum Erliegen und die Kreditinstitute verliehen sich kaum noch Geld untereinander. Lehman Brothers verzeichnete zum Zeitpunkt der Pleite eine Schuldenlast von über 600 Milliarden US-Dollar.

Am 3. Oktober 2008 beschloss die US-Regierung ein 700 Mrd. US-Dollar schweres Rettungspaket, um der amerikanischen Wirtschaft unter die Arme zu greifen. 4 Tage später am 7. Oktober 2008 stand Island als erstes Land vor dem Staatsbankrott. Die isländische Regierung übernahm die gesamte Kontrolle über sein Bankgewerbe. Somit schwappte die Finanzkrise nach Europa. Weitere Länder folgten oder standen kurz vor der Staatspleite sowie Griechenland. Und aus einer US-Finanzkrise entstand die Eurokrise in Europa. Die Folgen dieser weltumspannenden Finanzkrise spüren wir noch heute!

Finanzkrise 2007/2008 vs. Bitcoin-Blase

Zuletzt ist es auch hier abzuwägen, ob es zwischen der Finanzkrise von 2007/2008 und deren Folgen zur aktuellen Situation der virtuellen Währung Bitcoin Parallelen gibt. Hier möchte ich das Augenmerk auf die jeweiligen Finanzprodukte werfen, die beide verbinden. Zurzeit des Immobilienbooms in den USA entwickelten Investmentbanker risikovolle und hochspekulative Finanzprodukte wie zum Beispiel die oben genannten CDOs. Diese verbrieften Wertpapiere waren Wetten auf den US-Häusermarkt. Auf diese CDOs gab es ebenfalls Wetten, ob sie steigen oder fallen. Diese Finanzprodukte nannte man synthetisches CDO. Also ein künstliches Wertpapier, das ein anderes Wertpapier wiederspiegelte. Nach dem Zusammenbruch des US-Immobilienmarktes wurden die ganzen Wetten wertlos und es wurde eine Billionen US-Dollar-Summe an Geld, quasi über Nacht vernichtet.

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Durch den aktuellen Trend der Kryptowährungen möchten die großen Investmentbanken und andere Kreditinstitutionen, kräftig an den Kursschwankungen und Spekulationen mitverdienen. Hierfür entwickeln und emittieren sie einige auf den Bitcoin zugeschnittene Finanzprodukte. Aktuell kann jeder Anleger Futures, Optionsscheine und Zertifikate auf Bitcoins erwerben.

Auch der CFD-Handel beschäftigt sich sehr aktiv mit der Materie Bitcoins & Co. Hier werden Wetten auf Kursschwanken gesetzt. Meistens wechselte dort ein Wertpapier im Minutentakt den Besitzer.

Vor allem Derivate und andere spekulative Finanzprodukte können für eine Bitcoin-Blase sorgen und sie zum Platzen bringen. Wie im Jahr 2008 als der „sicher geglaubte“ US-amerikanische Immobilienmarkt durch die spekulativen Wertpapiere wie CDOs in die Höhe schoss und dann in sich zusammenbrach. Das Ergebnis war eine der größten Finanzkrisen der Geschichte.

Platzt jetzt die Bitcoin-Blase?

Schlussendlich möchte ich versuchen die Frage „Platzt jetzt die Bitcoin-Blase?“ zu beantworten.

Wie die Geschichte und ferner die Parallelen zur heutigen Situation uns gelehrt haben, besteht durchaus die Annahme zu einer Bitcoin-Blase. Leider kann niemand eine Prognose abgeben, ob es überhaupt zum Platzen der Blase kommt, wie sie besonders in den Medien dargestellt wird. Es besteht die Möglichkeit, dass die sogenannte Blase, eventuell gar nicht platzen wird. Sondern Schritt für Schritt langsam die Luft entweichen wird. Aber auch diese Möglichkeit kann nicht belegt werden.

Schließlich kann die Frage „Platzt jetzt die Bitcoin-Blase?“ nicht endgültig beantworten werden. Wie auch die anderen Ereignisse in der Finanzgeschichte, wird man dies erst erfahren, sobald es geschehen wird.

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