Unternehmensanalyse Nike

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Unternehmensanalyse Nike
Quelle: pixabay.com

Heute kann Value Investing Chronicle die „Unternehmensanalyse Nike“ präsentieren. Diese detaillierte Analyse wurde von Andreas und Daniel von Bavarian Value erstellt.

Unternehmensanalyse Nike

„Just do it.“

„No fear. No limts. No excuse.”

Was sich zuerst nach Aussagen eines Motivationstrainers anhört sind in Wahrheit natürlich Slogans eines weltweit berühmten Unternehmens – nämlich Nike.

Sehen wir uns an, ob das Unternehmen auch passend dazu abliefert.

Nike

Nike ist ein US-amerikanischer Sportartikelhersteller, der 1964 gegründet wurde. Das Unternehmen ist noch vor Adidas das größte Unternehmen seiner Branche. Es ist wohl eines der Unternehmen, deren Marke wirklich fast überall auf der Welt bekannt ist. Das Wort Nike (ausgesprochen: „naiki“) ist angelehnt an die griechische Siegesgöttin Nike.

Historie                                                                                                      

1964

Nike wird noch unter dem Namen Blue Ribbon Sports gegründet. Die Gründer sind Phil Knight und Bill Bowerman.

1971

Der Firmenname wird offiziell zu Nike geändert. Die Graphikdesign-Studentin Carolyn Davidson kreiert das bis heute unverwechselbare Swoosh-Logo für gerade einmal 35 $.

1979

Nike’s Air Technologie wird patentiert.

1980

Nike geht an die Börse.

1984

Ein Coup gelingt, indem der Basketballstar Michael Jordan einen Vertrag unterschreibt und seinen „signature shoe“ Air Jordan trägt.

1986

Der Umsatz von Nike durchbricht erstmals die 1-Mrd.-$ Marke.

1988

Nike verwendet erstmals den berühmten Slogan „Just Do It“.

1995

Nike stattet erstmals NFL-Teams mit Sportschuhen und Sportkleidung aus.

1996

Nike nimmt Tiger Woods unter Vertrag, der fortan als Flaggschiff für Nike Golf dient.

2004

Phil Knight tritt als CEO und Präsident zurück, bleibt aber dem Aufsichtsrat erhalten. Seinen Posten als CEO übernimmt William D. Perez.

2014

Mit einem Markenwert von 19 Mrd. US-$ steigt Nike zur wertvollsten Marke in der Sportartikel-Branche auf.

(Quellen: Business Insider: https://www.businessinsider.com/nike-history-timeline-2015-10?IR=T, Wikpedia: https://en.wikipedia.org/wiki/Nike_timeline)

Gegenwart

Nike ist ohne Wenn und Aber der weltweit führende Hersteller für Sportartikel aller Art. Ob Fußball, Baseball, Laufen, Golf oder Basketball, es ist für jeden etwas dabei.

Vergleich - Unternehmensanalyse Nike
erstellt von Bavarian Value

(Quelle: The Motley Fool: https://www.fool.com/investing/2018/06/22/better-buy-the-walt-disney-company-vs-nike.aspx)

Die weltweite Bekanntheit der Marke hat einige Vorteile. Quasi alle bekannten Sportler machen andauernd Werbung für Nike. Sei es nun wirklich aktiv oder aber indem sie in ihrer Freizeit mit Nike-Klamotten rumlaufen.

Die Marktmacht von Nike macht sich auch momentan bemerkbar. Das Unternehmen kann es sich finanziell erlauben bei anderen ganz Großen Unternehmen seine Produkte zusätzlich zu vermarkten. So zum Beispiel bei der neuen Version der Apple Watch, die auch ein exklusives Nike-Modell enthält.

„„Glaube an etwas. Auch wenn es bedeutet, alles zu opfern.“ Mit diesem Zitat des umstrittenen Football-Spielers Colin Kaepernick wirbt Nike seit Anfang des Monats in den USA. Präsident Donald Trump hat den amerikanischen Sportkonzern dafür scharf kritisiert, bei der jugendlichen Zielgruppe des Turnschuhherstellers scheint die Kampagne aber anzukommen.“ (Quelle: handelsblatt.com: https://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-konsumgueter/sportkonzerne-nike-zieht-adidas-davon/23115588.html)

Nike setzt seit einiger Zeit auf politisches Engagement. Das alles kommt bei der jüngeren Zielgruppe sehr gut an und schadet der Marke ganz und gar nicht.

Es gibt aber auch Schattenseiten. Nike macht immer noch über 50 % seines Umsatzes mit Schuhen. Das dieser Markt sehr preisintensiv ist, ist hinlänglich bekannt, da im Bereich der Schuhe sehr große Konkurrenz herrscht und diese auch nicht weniger wird.

Zu Anfang des Jahres gab es vermehrt negative Schlagzeilenbezüglich sexueller Belästigung. Allerdings hat Nike schnell gehandelt und mehrere hochrangige Manager entlassen. (Quelle: handelsblatt.com: https://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-konsumgueter/sportkonzerne-nike-zieht-adidas-davon/23115588.html?ticket=ST-174048-WwwigLdJrzk97iHGib1I-ap4)

Kennzahlenanalyse
Kennzahlenanalyse - Unternehmensanalyse Nike
erstellt von Bavarian Value

Der US-amerikanische Sportartikelhersteller ist wirklich solide finanziert. Eine Eigenkapitalquote von über 40% und ein dynamischer Verschuldungsgrad von unter 300% (Verbindlichkeiten können innerhalb von 3 Jahren durch den operativen Cashflow getilgt werden) können sich durchaus sehen lassen. Leider hat die Eigenkapitalquote einen faden Beigeschmack. Seit 2015 steigen die Verbindlichkeiten und das Eigenkapital nimmt kontinuierlich ab, was dazu führt, dass die EK-Quote von 58,8% (2015) auf 43,5% zusammengeschrumpft ist – keine schöne Entwicklung!

Nike ist einer der Konzerne, die von Trumps Steuerreform nicht profitieren konnten. Aus diesem Grund haben sich die Kennzahlen, die den Jahresüberschuss verwenden (wie die Umsatzrendite und die Eigenkapital- oder Gesamtkapitalrendite), dieses Jahr merklich verschlechtert. Da es sich hierbei um hohe Einmalkosten handelt, welche die Bilanz belasten, sollte man diese Tatsache aber nicht überbewerten.

Nike zahlt seit 1984 ununterbrochen eine Dividende und tut dies in der Regel mit einer angenehmen Pay Out Ratio (Ausnahme 2018: Steuerreform).

Qualitative Analyse

Der größte Sportartikelhersteller der Welt tut genau das was sein Name vermuten lässt. Der Fokus bei Nike liegt auf „Design, Entwicklung und Vertrieb qualitativ hochwertiger Sportausrüstung. Hierzu gehören Schuhe, Kleidung, Sportgeräte und Hilfsmittel sowie Accessoires. Der Konzern gilt als einer der größten Händler von Sportschuhen und -kleidung und vermarktet seine Produkte weltweit über Groß- sowie Einzelhändler, Brand-Stores, über das Internet und Zwischenhändler. Die unterschiedlichen Produkte des Sortiments werden von externen Vertragspartnern produziert, vorwiegend außerhalb der USA. […] Neben Sportartikeln produziert der Konzern auch unterschiedliche Lifestyle-Produkte, die sich am sportlichen Stil des professionellen Sortiments orientieren.“ (Vgl. finanzen.net: https://www.finanzen.net/unternehmensprofil/Nike) Nike vermarktet seine Produkte unter anderem unter folgenden Namen: Nike Pro, Nike+, Air Jordan, Air Max, Converse.

Konkurrenz

 Es gibt sehr viele bekannte Sportartikelhersteller. Neben Nike kämpfen sowohl die deutschen Unternehmen Adidas und Puma als auch das relativ junge Unternehmen Under Armour um die weltweiten Marktanteile. An der Spitze ist es hauptsächlich ein Zweikampf der Giganten zwischen Nike und Adidas, welchen der US-Konzern seit Jahren für sich entscheidet. Doch Adidas sitzt immer im Nacken und die restliche Konkurrenz schläft auch nicht.

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„Adidas und Puma nehmen ihren US-Konkurrenten in deren Heimat Marktanteile ab. Die wiederum sind in Europa gut unterwegs. Das kann Puma durch ein starkes Plus kontern, Adidas fällt hingegen auf dem ureigensten Terrain der Marke zurück. Puma hat darüber hinaus den Gewinn am stärksten gesteigert. Unterm Strich blieben gut 40 Prozent mehr übrig als im Vorjahr. Auch Adidas verbesserte sich stark und kam auf ein Plus von einem Fünftel. Nike erzielte immerhin ein Gewinnwachstum von 13 Prozent. Under Armour hingegen schrieb tief rote Zahlen.“ (Vgl. Handelsblatt: https://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-konsumgueter/sportkonzerne-wie-adidas-und-puma-die-us-konkurrenz-abhaengen/22901804.html)

Somit wird eines sehr schnell sehr deutlich. Der Markt für Sportartikel ist hart umkämpft und es gibt genügend Konkurrenz.

Burggraben

Trotzdem schafft es Nike seit Jahren den Titel „größter Sportartikelhersteller der Welt“ zu verteidigen. Mit einem Gesamtumsatz von über 36 Mrd. US in 2018 (2017 über 34 Mrd. US-$) liegt das Unternehmen vor Adidas mit über 21 Mrd. € (2017, umgerechnet ca. 24 Mrd. US-$), Under Armour mit knapp 5 Mrd. US-$ (2017) und Puma mit ca. 4,1 Mrd. € (2017, umgerechnet ca. 4,7 Mrd. US-$). Und nicht nur im Umsatz ist das Unternehmen führend. Mit aktuell über 12% EBIT-Marge arbeitet Nike auch profitabler als die Konkurrenten Adidas (9%), Under Armour (3%) Puma (5,5%). Da wir die EBIT-Margen vergleichen, fällt hierbei die Steuerreform nicht ins Gewicht.

Somit kommen wir langsam auch zum Burggraben von Nike – der Marke. Nike tauchte laut RankingTheBrands.com 2018 bereits in 14 Rankings zum Markenwert auf, unter anderem Brand Finance Global 500 2018 (Platz 40) und Fortune U.S. 500 2018 (Platz 89). Puma schaffte es 2018 bisher noch auf keine Liste und Under Armour lediglich auf zwei. Adidas ist auch hier wiederum der schärfste Konkurrent, der es ebenfalls auf 14 Listen schaffte, jedoch hinter Nike oft das Nachsehen hatte, wie z.B. Brand Finance Global 500 2018 mit Platz 103. Auch in den RankingTheBrands Top 100 2018 steht Nike (Platz 14) vor Adidas (Platz 16), auch wenn es hier eine knappe Geschichte war.

Nikes Vorteile

Darüber hinaus hat Nike durch die hohen Absatzzahlen Größenvorteile und somit die Möglichkeit wahnwitzige Ausgaben im Bereich Marketing zu stemmen.

„Einer der größten Vorteile, den Nike gegenüber den Konkurrenten hat, ist der riesige Pool an Ressourcen, die das Unternehmen in Richtung Werbung und Marketing leiten kann. Das Unternehmen gab im vergangenen Jahr 3,6 Mrd. US-Dollar für diese Kategorien aus, was dem gesamten Verkaufsergebnis von Under Armour im Kernmarkt USA entspricht.“ (Quelle: aktiencheck.de: http://www.aktiencheck.de/news/Artikel-Nike_sagt_dass_guten_Zahlen_erst_Anfang_sind-9039335)

Zu den größten Aktionären von Nike zählen der Gründer Philip Knight, dessen Sohn Travis A. Knight und der aktuelle Chairman, President und CEO Mark Parker. (Vgl. Investopedia: https://www.investopedia.com/articles/insights/052516/top-4-nike-shareholders-nke.asp) Somit gibt es genügend Anreize für die Unternehmensführung sich auf den Shareholder Value zu konzentrieren. Regelmäßige Aktienrückkäufe und eine Dividendenausschüttung seit 1984 zeigen, dass der Vorstand in der Tat im Interesse der Anteilseigner handelt.

Fazit

Fazit - Unternehmensanalyse Nike
erstellt von Bavarian Value

Nike ist ein sehr solide finanziertes und gut geführtes Unternehmen, welches durch seine Markenstärke einen Burggraben besitzt. Alles in allem erfüllt Nike viele Kriterien, welche Value Investoren gefallen. Das Einzige was bei uns Stirnrunzeln verursacht ist die sehr große Konkurrenz innerhalb der Branche. Trotzdem ist es wahrscheinlich so, dass man mit Nike bei einem günstigen Preis viel Freude haben kann.

Fairer Wert: 35 € – 42 €                           

Aktueller Kurs (16.10.2018): 65 €

Abschließend wünschen wir euch wie immer noch einen schönen Tag und viel Spaß und Erfolg beim Investieren!

Eure freundlichen Value Investoren aus der bayrischen Nachbarschaft

Andreas und Daniel von Bavarian Value

Shoe Dog: Die offizielle Biografie des NIKE-Gründers
  • Phil Knight
  • Herausgeber: FinanzBuch Verlag
  • Auflage Nr. 1 (27.04.2016)
  • Gebundene Ausgabe: 448 Seiten

Letzte Aktualisierung am 19.11.2018 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

Disclaimer

Hinweis nach §34b WpHG: Wir können teilweise selbst direkt oder indirekt im Besitz der angesprochenen Wertpapiere sein. Die Unternehmensanalyse stellt keine Anlageberatung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar.

Risikohinweis: Die analysierten Aktien unterliegen Kursschwankungen. Im Extremfall ist auch ein Totalverlust möglich.

 

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