P2P Kredite als Alternative zu Aktien, ETFs und Co.?

Werbung

Trader-Konto_728x90
P2P Kredite
Quelle: pixabay.com/rawpixel

Ein Gastbeitrag über das Thema „P2P Kredite„, verfasst von Sebastian, dem Betreiber von rock-die-boerse.de

P2P Kredite als Alternative zu Aktien, ETFs und Co.?

P2P Kredite (Peer to Peer Kredite – Privat zu Privat) erfreuen sich immer größerer Beliebtheit und haben sich binnen der letzten Jahre zu einer echten Ergänzung zu klassischen Geldanlagen wie Aktien oder Immobilien entwickelt.

Dies belegt auch eine Erhebung vom Statistikportal „Statista“, die einen Zuwachs des jährlichen Transaktionsvolumens von P2P Krediten von 2016 bis 2020 auf 66% pro Jahr bemisst. Demnach soll die Investorenzahl weltweit bis zum Jahr 2020 auf 45,4 Millionen steigen.

Grund genug also, sich näher mit dem Thema Privatkredite zu beschäftigen.

  • Wo liegen Vor- und Nachteile?
  • Was ist der Unterschied zu klassischen Investments?
  • Was sind die besten P2P Portale?
  • Wie sieht es mit der steuerlichen Behandlung von P2P Krediten aus?

Auf diese Fragen möchte ich im nachfolgenden Beitrag näher eingehen und das Thema P2P Kredite detailliert erläutern. Außerdem sollen die Plattformen Mintos und Estate Guru näher vorgestellt werden.

Die Entstehungsgeschichte

Den Ursprung der Erfolgsgeschichte von P2P Krediten in ihrer heutigen Form kann man nicht genau datieren. Dieser liegt aber wahrscheinlich irgendwo um die Jahrtausendwende.

Erste stichhaltige Statistiken stammen aus dem Jahr 2005, als weltweit magere 118 Millionen US-Dollar in Form von P2P Krediten vergeben wurden. 2007 waren es bereits 647 Millionen US-Dollar, im Jahr 2012 unglaubliche 1,5 Mrd. US-Dollar.

Der positive Trend setzte sich weiter fort: Im Jahr 2015 erreichte allein Europa ein Investitionsvolumen von 2,1 Mrd. Euro. Tendenz weiter steigen. (Quelle: Wikipedia.org)

Spätestens mit der Gründung der deutschen P2P Plattform „Auxmoney“ war das Thema auch in Deutschland angekommen.

Obwohl Auxmoney im Jahr 2010 nach einer Prüfung durch die Stiftung Warentest mit Schwierigkeiten zu kämpfen hatte, konnten sich P2P Kredite auch in Deutschland nachhaltig durchsetzen und sind heute zu einer echten Alternative zu Aktien, ETFs und Co. avanciert.

Vor- und Nachteile von P2P Krediten

Wie jede Anlageklasse haben auch P2P Kredite ihre Vor- und Nachteile. Da diese jeder Investor kennen sollte, möchte ich sie im Folgenden kurz vorstellen…

Vorteile
  1. Hohe Renditen

P2P Kredite sind, das muss aus Transparenzgründen unbedingt gesagt werden, ein Investment mit erhöhtem Risiko. Warum das so ist, dazu später mehr…

Die Risikobereitschaft von Investoren wird jedoch fürstlich entlohnt. Ein Mehr an Risiko bedeutet nämlich in der Regel auch ein Mehr an Rendite. Und diese liegt bei P2P Krediten im zweistelligen Bereich. Werte zwischen 10% – 15% sind keine Seltenheit und durchaus üblich!

  1. Keine Gebühren

Anders als bei klassischen Anlageinstrumenten wie Aktien, ETFs oder Fonds fallen bei P2P Krediten keine Gebühren an. Weder beim Kauf, noch für die Verwahrung in einem Depot oder bei einem Verkauf.

Alle Gebühren, die mit P2P Krediten verbunden sind, werden vom eigentlichen Kreditnehmer bezahlt. Als Investor ist man also fein raus…

  1. Hohe Transparenz

P2P Kredite bieten eine sehr hohe Transparenz – zumindest die meisten Plattformen tun das.

Jeder Investor weiß also genau, in welchen Kredit er investiert, wo gut die Bonität des Kreditnehmers ist und wie der Rückzahlungsplan aussieht.

Nachteile
  1. Ausfallrisiko

Das Wort „Kredit“ leitet sich vom lateinischen „credere“ ab, was so viel bedeutet wie „auf etwas vertrauen“. Nicht immer wieder das Vertrauen der Investoren in einen Kreditnehmer auch belohnt. Von Zeit zu Zeit kommt es vor, dass Kredite ausfallen und der investierte Betrag verloren geht.

Hier versuchen zwar viele P2P Plattformen mit einer sogenannten Rückkaufgarantie (Ist der Kreditnehmer zahlungsunfähig übernimmt der Darlehnsanbahner das Inkassoverfahren und überweist das vom Investor investierte Geld sofort auf dessen Konto zurück) in die Presche zu springen, nicht alle P2P Kredite sind jedoch damit abgesichert.

Analog zur Aktienanlage lautete also auch bei P2P Krediten das Zauberwort „Diversifikation“. Anders ausgedrückt: Werfe nicht alle Eier in einen Korb! Verteile dein Investmentkapital auf viele verschiedene Privatkredite, um das Risiko zu senken.

  1. Bankrott des Darlehnsanbahner

Von Zeit zu Zeit kann es vorkommen, dass auch ein Darlehnsanbahner (Institute, welche die Kredite auf den P2P Plattformen für Privatanleger bereitstellen) Insolvenz anmelden muss.

In einem solchen Fall sind alle Kredite dieses Darlehnsanbahners, in die Investoren investiert haben, in Gefahr.

Ein weiterer Nachteil: Leider handelt es sich bei diesen Darlehnsanbahnern nicht um Banken oder diesen gleichgestellte Finanzinstitute. Demnach fallen diese auch nicht unter die europäische Einlagensicherung.

Tatsächlich ist mir zwar erst ein Fall bekannt (bei dem eine Rückabwicklung der Kredite zudem problemlos von statten ging) dennoch muss dieses Risiko definitiv angesprochen werden.

Werbung

Der Vergleich zwischen P2P Krediten und Aktien

Eine interessante Frage, die wahrscheinlich viele Privatanleger beschäftigt lautet: Sind P2P Kredite in der Lage, Aktien als Geldanlage vollständig zu ersetzten? Sollte ich mein Geld zukünftig nur noch in P2P Kredite investieren?

Meine persönliche Meinung dazu ist ganz klar: Nein!

P2P Kredite sind eine sehr sinnvolle Ergänzung und bieten eine tolle Möglichkeit, die eigene Geldanlage weiter zu diversifizieren. Ersetzen können Sie Aktien bzw. die Börse im Allgemeinen jedoch nicht.

Aktien sind Beteiligungen an reellen Unternehmen der freien Wirtschaft. Somit profitieren Anleger unmittelbar vom nachhaltigen und langfristigen Wirtschaftswachstum, wenn sie in Aktien investieren.

Zugegeben, an den Börsen kann es zu volatilen Phasen kommen, die es bei P2P Krediten nicht geben kann (hier ist die Rendite bereits von Anfang an klar und schwankt daher nicht), die langfristigen Aussichten sind meiner Meinung nach jedoch die besseren.

Auch die Tatsache, dass die meisten P2P Plattformen aufgrund ihres noch sehr jungen Bestehens bislang keine schweren Finanz- oder Wirtschaftskrisen meistern mussten, spricht dagegen, sein gesamtes Vermögen in P2P Kredite zu investieren.

Schließlich weiß keiner, wie sie P2P Kredite in einem Krisenumfeld tatsächlich entwickeln.

Also: Als Ergänzung und als Hilfsmittel der Anlagediversifikation sind P2P Kredite definitiv zu empfehlen. Als alleiniges Mittel der Geldanlage jedoch nicht. Auch, wenn P2P Kredite mit einer fürstlichen Rendite locken…

Die besten P2P-Anbieter für Privatpersonen

Es existieren zwischenzeitlich zahlreiche P2P Plattformen, die einen sehr seriösen und sicheren Eindruck vermitteln. Zwei dieser Plattformen möchte ich in diesem Beitrag kurz näher vorstellen: Mintos und Estate Guru.

  1. Mintos

Mintos * ist die wahrscheinlich am schnellsten wachsende und mittlerweile bekannteste P2P Plattform überhaupt. Trotz der noch sehr jungen Firmengeschichte (Mintos wurde erst im Jahr 2015 gegründet), hat sich das Unternehmen zu einem der beliebtesten Anbieter auf dem Markt entwickelt.

Mintos bietet zahlreiche Vorteile, zum Beispiel die bereits angesprochene Rückkaufgarantie oder auch den Sekundärmarkt. Hierbei handelt es sich um eine Möglichkeit, bereits investierte Kredite an andere Privatanleger zu veräußern. Dies ist eine tolle Alternative zur klassischen Anlage in P2P Kredite und insbesondere dann interessant, wenn man schnell Cash aufbauen möchte.

Das Highlight bei Mintos ist jedoch zweifelsfrei die AutoInvest-Funktion. Mithilfe dieser Funktion lässt sich genau definieren, in welche Kredite, aus welchen Ländern bei welcher Laufzeit man investieren möchte.

Im Anschluss übernimmt AutoInvest den Rest und baut vollautomatisch ein P2P Portfolio auf, das genau den Vorstellungen des Investors entspricht. Auch eine automatische Reinvestition der Erträge ist mit dieser Funktion kein Problem.

Das Einzige, was nach der Konfiguration zu tun ist: Dem Kontostand beim Wachsen zuzuschauen.

  1. Estate Guru

Estate Guru * ist etwas anders als die klassischen P2P Plattformen und genau aus diesem Grund so besonders.

Hier wird nämlich nicht in Verbraucherkredite oder Firmenkredite, sondern vielmehr in Immobilienprojekte investiert. Bereits ab 50 Euro kannst du dich an größeren Projekten beteiligen.

Auch das Ertragsmodell ist bei Estate Guru ein anderes: Während bei nahezu allen P2P Plattformen monatliche Erträge aus Rückzahlungen und Zinsen auf deinem Konto gutgeschrieben werden, erhältst du bei Estate Guru deine Erträge erst am Ende der Kreditlaufzeit.

Hier kannst Du auch Investor bei Estateguru werden und dir einen 0,5 Prozent Bonus auf deine Investments holen!*

Steuerliche Aspekte bei P2P Kredite

Generell handelt es sich bei Erträgen aus P2P Krediten um Zinszahlungen aus ausländischen Kapitalanlagen, die in der Anlage KAP der Steuerklärung anzugeben sind. Diese Erträge sind also abgeltungssteuerpflichtig und werden mit 25 Prozent + Soli + Kirchensteuer belastet…

Vorausgesetzt natürlich, der Freibetrag in Höhe von 801 Euro (Singles) bzw. 1602 Euro (Verheiratete) wurde noch nicht ausgeschöpft.

Allerdings sollten P2P Investoren unbedingt die aktuelle politische Situation im Auge behalten. Dank dem Zustandekommen der GroKo in Deutschland sollen Zinserträge nämlich zukünftig nicht mehr mit der Abgeltungssteuer, sondern mit dem persönlichen Steuersatz verrechnet werden. Ob das Ende der Abgeltungssteuer auf Zinserträge tatsächlich kommt, bleibt abzuwarten…

Hast Du irgendwelche Fragen zum Thema „P2P Kredite„? Dann lass sie uns in den Kommentaren hören!

Und vergiss nicht, mir auf Facebook Value Investing Chronicle und Twitter @VI_Chronicle zu folgen! Deine Unterstützung wird geschätzt!

Wenn Dir der Artikel „ P2P Kredite als Alternative zu Aktien, ETFs und Co.? “ gefallen hat, setze einen Bookmark oder teile ihn mit Freunden:

Werbung

Tagesgeld_728x90

6 Kommentare

  1. Ich bin seit 2016 aktiv in P2P Kredite investiert.
    Wer kein Problem hat, Geld nach Osteuropa zu überweisen, kommt an Mintos nicht vorbei. Neben Mintos kann ich auch Robocash empfehlen. Zu Robocash findet man auf meinem Blog viele Informationen.
    Bei EstateGuru bin ich aktuell in 31 Immobilienprojekten investiert. Die Plattform wächst und expandiert ebenfalls sehr schnell. Zudem gab es bisher noch keinen einzigen Ausfall!

    Ja, zur Beimischung in sein Portfolio sind die P2P Kredite definitiv einen Blick wert!

    • EstateGuru finde ich auch gut und bin in einer änlichen Größe investiert – verschwigen sollte mann nicht das es einen Beinahausfall gab und es nur eine Frage der Zeit ist bis der erste echte kommt im Forum kam man schön verfolgen welche Kredite am Rande des Abgrundes rumkrebsen – zumal die meisten ja auch Endfällig sind und es erst nach 1-2 Jahren spannend wird – einen davon habe ich auch im Portfolio … Und man muss gute Nerven haben die Zahlungsmoral ist im vergl. zu den Iren unterirdisch 1-2 Wochen später ist fast die Regel und 3-4 Wochen sind auch immer wieder drinn allein für die Zinsen.

  2. Hallo Alexander, schöner ausführlicher Beitrag 🙂

    Ich selbst bin bei Twino investiert, ist im grunde genommen auch so etwas wie Mintos.
    Mal gucken was die Zukunft so bringt 🙂

    Lg

    Jannis

    • Hallo Jannis,

      Danke für deine Info! Pass auf die möglichen Risiken auf. Stduiere vorab alles und mach die einen Investitionsplan.
      Ich gehe davon aus, das auch Twino einen Auto Invest verwendet wie auch Mintos es macht.
      Versuch dort die Spreu vom Weizen zu trennen und nur in P2P-Kredite zu investieren, die dir einen Vorteil bieten.

      Ich wünsche dir viel Erfolg.
      Gruß,
      Alexander

  3. Hallo
    schön das es für dich keinen Alternative ist und nur eine Beimischung – mir wird immer ganz anders wenn ich lese das manch einer zu 100% sein Kapital in P2P steckt bei mir sind es wenige Prozent…

    Mit dem Ausfall meinst du da den Darlehnanbahner Eurocent bei Mintos der komplett pleite ging? Und wo hast du die Info her das dort komplett Rück abgewickelt wurde, mein letzer Stand was das noch nicht alle ihr Geld zurück haben und das auch nicht sicher ist das dies passiert (wäre super wenn das dann doch so wäre). Ich finde man muss klar herausstellen das Buyback keine Garantie sondern ein Versprechen ist das so lange hält bis der Darlehnsanbahner Pleite geh.
    Ganze Plattformen sind übrigens auch schon ausgefallen.
    Und zu den Gebühren, so gibt es ausserhalb des Baltikums z.B..: in Irland Linked Finance die ich sher empfehlen kann weniger Zinsen zahlen UND Gebühren auch von den Investoren nehmen 😉 Und zu allem auch noch echtes P2P mit Ausfällen von einem Prozent.
    Zum Thema Ausfälle und Diversifikation im Allgemeinen habe ich mal was längliches geschrieben: http://p2p-game.com/warum-ein-kleines-portfolio-scheitern-wird-oder-der-einfluss-der-diversifikation-auf-die-rendite
    Ehrliche Statisktiken zu den Ausfallhöhen veröffentlicht übrigens Bondora – das relativiert dann auch schnell wieder die Zinssätze die es dort gibt (20% und mehr)…

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


*