Interview mit Till Schwalm von Gewinnbringend Investieren

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Till Schwalm - Gewinnbringend Investieren
Quelle: Till Schwalm - Gewinnbringend Investieren

Heute habe ich Till Schwalm von GEWINNBRINGEND INVESTIEREN zu Gast im Interview.

Hallo Till! Bitte stell dich erstmal kurz vor. Woher kommst du? Was machst du? Und wie bist du zum Thema Aktien gekommen?

Hallo Alex, ich bin gebürtiger Oldenburger und vor drei Jahren auch dorthin zurückgezogen, nachdem ich 10 Jahre in den USA, der Schweiz und zum Schluss in Frankfurt gelebt habe. Im letzten Jahre habe ich ein Buch veröffentlicht „Einfach Investieren – Grundlagen des Value Investing“ und Anfang des Jahres habe ich mich mit einer kleinen Beteiligungsgesellschaft, die den Prinzipen des Value Investing folgt, selbstständig gemacht. Zum Thema Aktien bin ich über den Küchentisch gekommen bzw. über meinen Vater, der als Unternehmer, sehr aktienaffin ist.

Einfach investieren: Grundlagen des Value Investing
  • 200 Seiten - 16.04.2018 (Veröffentlichungsdatum) - FinanzBuch Verlag (Herausgeber)

Letzte Aktualisierung am 10.12.2019 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

Wann hattest du die Idee zu einem eigenen Finanzblog und was war die Motivation dahinter?

Mein Finanzblog gewinnbringend-investieren.de ist schon relativ alt, wenn er auch unter einem anderen Namen gestartet ist. Ich habe ihn 2012 als Teil eines Investment Clubs, den ich an der Uni gegründet habe, ins Leben gerufen und nach beenden des Studiums allein weitergeführt. Das Schreiben sowie der Austausch mit anderen Bloggern bzw. Investierenden hat mir beim Reflektieren einer Investmententscheidung geholfen.

Warum hast du dich konkret dafür entschieden, Vermögensaufbau durch Value Investing zu betreiben und welches persönliche Ziel verfolgst du damit?

Ich habe eigentlich Value Investing betrieben, bevor ich wusste, dass es Value Investing ist. Die Logik etwas für einen niedrigeren Preis, als es Wert ist, zu kaufen, ist das Vorgehen eines jeden hanseatischen Kaufmanns, also keine Erfindung von Benjamin Graham oder Warren Buffett. Dass ich Value Investing betreibe, habe ich dann erst im Studium festgestellt, als ich mich systematisch mit verschiedenen Anlagerenditen beschäftigt habe. Mein Ziel ist neben einer höheren Rendite, auch die Lust am aktiven Investieren und in die richtigen Unternehmen zu investieren. Was meine ich damit? Ich habe zwei Töchter und möchte diesen eine bessere Welt hinterlassen. Als aktiver (nicht aktivistisch!) Investoren kann ich mithilfe des Geldes, welches ich zur Verfügung habe, im kleinen Rahmen den Unternehmen signalisieren, ob ich ihr Verhalten für richtig oder falsch halte. Dies braucht aber eine intensive Auseinandersetzung mit den Unternehmen.

Mit welcher Rendite kann man rechnen und wie hoch ist der Aufwand?

Der Aufwand, den ich betreibe, ist sehr hoch. Ich beschäftige mich aktiv mehr als 30 Stunden die Woche nur mit Unternehmensanalysen und dem Gewinn von Informationen. Auf kurze Sicht verspricht diese Arbeit auch keine höhere Rendite als der Markt selbst. Erst auf Sicht von über fünf Jahren gehe ich davon aus, besser abzuschneiden. Meine erwartete Rendite ist dabei im niedrigen zweistelligen Bereich pro Jahr, aber sicher sein kann man sich dem nie.

Wie sieht deine Karriere als Privatinvestor aus? Wann hast du begonnen, wie ist es bisher gelaufen und wo stehst du heute?

Meine Karriere als Privatinvestor hat Anfang 2007 mit SAP begonnen. Ein richtiges Portfolio habe ich mir dann während der großen Finanzkrise aufgebaut, was natürlich zu einer entsprechenden Rendite geführt hat. Mein eingesetztes Geld habe ich mehr als verdreifacht, was aber mit Glück des Zeitpunktes nicht mit Leistung von mir als Investor zu tun hat. Viele meiner Entscheidungen, gute sowie schlechte, habe ich in meinem Buch ausführlich beschrieben. Heute halte ich privat keine Aktien mehr, meine einzige Anlage ist meine Beteiligungsgesellschaft. Damit stehe ich gleich wie meine Investmentpartner. Aus meiner Sicht ist das die fairste Lösung, um die Interessen meiner Investmentpartner mit mir gleichzustellen.

Worauf achtest du bei der Aktien-Auswahl und was sind die größten Positionen in deinem Portfolio?

Bei meiner Aktienauswahl achte ich neben einem ausgeprägten Wettbewerbsvorteil vor allem darauf, ob noch eine Familie oder ein Gründer hinter dem Unternehmen steht und ob es strukturelle Probleme im Markt gibt. Die größte Position in meiner Beteiligungsgesellschaft ist derzeit Alphabet (Google).

Was kann ein Leser deines Finanzblog lernen?

Ich glaube über meinen Blog und vor allem über mein Buch kann der Leser einen ungeschönten Blick auf die Arbeit eines Value Investor bekommen. Ich habe dieses Jahr zum Beispiel eine Video Serie über meine besten Investmentfehler online gestellt.

Was sind deine nächsten persönlichen Ziele?

Mein berufliches Hauptziel ist es, meine Firma aus den Babyschuhen zu bringen. Daneben möchten meine Frau und ich wieder mehr Reisen, was wir mit zwei jungen Kindern in den letzten Jahren bewusst etwas vernachlässigt haben.

Welche Themen sind bei dir als nächstes geplant?

Ich habe mehrere Themen im Auge. Auf der einen Seite werde ich mein Angebot, meine Analysen käuflich zu erwerben, verändern und erweitern. Auf der anderen Seite arbeite ich an einem sehr spannenden Projekt mit einem Kollegen aus Berlin, der den Finanzinformationsdienst simfin.com betreibt, zusammen. Zu diesem Projekt kann ich momentan aber noch nicht viel verraten. Nur: wenn es klappt, wird es grandios.

Till, vielen lieben Dank für das Interview und weiterhin viel Erfolg!

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