Interview Raphael & Paul von Kreativ Investieren

Werbung

Kreativ Investieren
Quelle: Kreativ Investieren

Heute habe ich Raphael und Paul von Kreativ Investieren zu Gast im Interview.

Hallo Raphael und Paul! Bitte stellt euch erstmal kurz vor. Woher kommt ihr? Was macht ihr? Am besten fängst du einmal an, Raphael.

Mein Name ist Raphael Stange und bin vor 27 Jahren im schönen Münsterland geboren. Zurzeit bin ich Firmengründer, Finanzblogger und Doktorand im Digitalisierungsbereich eines großen deutschen DAX-Konzerns. Ausgebildet wurde ich an der Universität Twente in den Niederlanden, wo ich in 2014 einen Bachelor in International Business Administration erworben habe. 2017 folgte dann ein Master-Abschluss im Studiengang Business Administration. Seit 2017 promoviere ich in einem Deutschen DAX-Unternehmen und schreibe meine Forschungsarbeit zum Thema „Kundenbegeisterung durch digitale Service Innovationen“. In meiner Doktorarbeit beschäftige ich mich mit der Frage, wie genau Organisationen ihre Kunden mithilfe digitaler Services begeistern können. 2018 habe ich dann gemeinsam mit Paul die kreativ-investieren Deutschland UG (haftungsbeschränkt) gegründet und wir sind seitdem als begeisterte Finanzblogger aktiv.

Paul, magst du auch ein paar Worte über dich sagen?

Ich bin Paul Scheffler und komme aus der Region rund um Berlin. Zurzeit bin ich Firmengründer, Dozent und – wie Raphael –  Angestellter eines großen DAX Konzerns. Ausgebildet wurde ich an der Technischen Universität Berlin. Dort habe ich im Jahr 2010 einen Bachelor in Wirtschaftsingenieurwesen erworben. Im Jahr 2012 absolvierte ich an der TU Berlin auch einen Master im Studiengang „Innovation Management & Entrepreneurship“. Zudem schloss ich im Jahr 2012 ein weiteres Masterstudium im Bereich Business Administration an der University of Twente in den Niederlanden ab. Im Jahr 2015 folgte dann die Promotion im Fach „Supply Chain Management“. Seitdem bin ich regelmäßig als Dozent im Hochschulbereich tätig und veröffentliche Forschungsarbeiten in wissenschaftlichen Fachzeitschriften. Wie Raphael schon sagte, haben wir 2018 eine eigene kleine Firma gegründet und sind als Finanzblogger aktiv.

Und wie seid ihr zum Thema Aktien gekommen?

Wir haben uns beide seit Beginn unseres Studiums intensiv mit dem Thema Finanzen und Investitionen beschäftigt. Wir haben unter anderem Bücher, Zeitschriften und Blogartikel über Aktien gelesen oder Videos geschaut. Zu diesem Zeitpunkt sind wir unter anderem auch schon Finanzbloggern wie Kolja Barghoorn gefolgt. Entgegen der im Volksmund vertretenen Skepsis hat sich für uns herausgestellt, dass mit ein wenig Hintergrundwissen Aktien eine lukrative und langfristige Anlageklasse mit einem ausgewogenen Risiko darstellen können. Gerade in unserer derzeitigen Niedrigzinsphase sind Aktien oder Fonds interessant, um unser Geld zu investieren. Außerdem passen Aktien gut zu unserem Anlegerprofil, welches weder risikoarm noch sehr risikoreich ist. Wir sind uns natürlich beide darüber im Klaren, dass Aktien großen Kursschwankungen unterliegen können. Gleichzeitig glauben wir, dass diese Kursschwankungen bei ausreichender Diversifikation und einem langfristigen Anlagehorizont doch relativ überschaubar sind.  

Wann hattet ihr die Idee zu einem eigenen Finanzblog und was war die Motivation dahinter?

Angefangen hat alles damit, dass wir uns 2018 regelmäßig in unseren Kaffee- und Mittagspausen über mögliche Finanzanlagen ausgetauscht haben. In erster Linie ging es dabei um Aktien. Zu diesem Zeitpunkt waren wir schon begeisterte Börsianer und so haben wir viele anregende Gespräche und Diskussionen geführt. Nach und nach haben auch unsere Kollegen mitbekommen, worüber wir uns regelmäßig unterhalten und so langsam begannen die Leute uns zu fragen: „Mensch, könnt ihr uns mal diese Aktien erklären?“ oder „Wie funktioniert die Börse denn eigentlich?“ und „Ist das Ganze nicht viel zu riskant?“ Das war der Moment, in dem wir bemerkt haben, dass das Wissen über Finanzanlagen in Deutschland doch relativ begrenzt zu sein scheint. Es verwunderte uns, dass die Skepsis Aktien gegenüber sehr groß war. Es hat sich gezeigt, dass in unserem Bekanntenkreis doch eher eine Präferenz für klassische und konservative Anlageformen besteht. Die meisten Leute belassen daher ihre Ersparnisse auf dem Girokonto, auf dem Sparbuch oder dem Tagesgeldkonto. Wir finden das besonders schade, denn der Kapitalmarkt bietet auch ganz normalen Leuten – also Leute wie du und ich – attraktive Investitionsmöglichkeiten. Aus diesem Grunde haben wir uns dazu entschieden das Projekt „kreativ-investieren“ ins Leben zu rufen, bei dem es darum geht, alltagstaugliche Investitionsmöglichkeiten vorzustellen. Unsere Mission lautet dabei: „Finanzbildung für jedermann!“ Wir möchten aufzeigen, dass auch Privatanleger mit relativ kleinem Startkapital durchaus sinnvolle Investitionen an den Finanzmärkten tätigen können und damit unseren ganz persönlichen Beitrag zur Steigerung der sozialen Gerechtigkeit in Deutschland leisten. Aus diesem Grund hat Paul auch ein Buch verfasst, in dem die Zusammenhänge an der Börse für jedermann verständlich erklärt werden.

Kein Schwein versteht diese Aktien!: Eine sauleichte Einführung in die Börse und die Welt der Investments
  • Dr. Paul Scheffler
  • Herausgeber: Independently published
  • Taschenbuch: 130 Seiten

Letzte Aktualisierung am 15.09.2019 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

Warum habt ihr euch konkret dafür entschieden, Vermögensaufbau durch ETFs zu betreiben und welches persönliche Ziel verfolgt ihr damit?

Wir betreiben Vermögensaufbau nicht ausschließlich durch ETFs. Jedoch stellen ETFs eine breite Basis in unserem Vermögen dar. Wir sind der Meinung, dass ETFs große Vorteile in punkto Sicherheit, Kosten, Passivität, Liquidität und Risikostreuung mit sich bringen. Bei der Sicherheit unterliegen ETFs zwar Kursschwankungen, jedoch müssen Investitionen in ETFs von Investmentfondsgesellschaften als ein Sondervermögen geführt werden. Das heißt, dass unser Geld nicht weg ist, sollte ein Fondgesellschaft Insolvenz anmelden. Weiterhin sind die Kosten für ETFs relativ gering im Vergleich zu aktiven Fonds. Nicht nur die Gesamtkostenquote für das Management der Fondgesellschaft ist geringer, sondern häufig kann man ETFs bei Brokern kostenlos besparen. Mit Blick auf Passivität sehen wir persönlich ETFs als eine Anlageklasse für Faule. Wer einmal einen ETF-Sparplan eingerichtet hat, hat in der Regel in den darauffolgenden Jahren wenig Arbeit. Sollte der Fall eintreten, dass man kurzfristig an das gesparte Geld heran muss, kann man ETFs außerdem jederzeit verkaufen. Ein weiterer Vorteil an vielen ETFs ist, dass sie das Risiko breit streuen. Wer heutzutage zum Beispiel in einen MSCI All Country World investiert, der kauft weit mehr als 1600 Unternehmensanteile. Wenn dann eines dieser 1600 Unternehmen einmal in einer Krise steckt, hat das so gut wie keine Auswirkungen, da ein anderes Unternehmen dafür Gewinne einfährt. Gerade passiven Anlegern sagen wir gerne: Warum sollte man mit Einzelaktien versuchen den Markt zu schlagen, wenn man mit ETFs in den gesamten Markt investieren kann? Unser beider persönliches Ziel ist das Erreichen der finanziellen Freiheit. Das bedeutet, dass wir in ferner Zukunft gerne von den Erträgen aus unserem Vermögen leben wollen. 

Mit welcher Rendite kann man rechnen und wie hoch ist der Aufwand?

Wenn es um das Thema Rendite bei ETFs geht, so können wir schlecht in eine Glaskugel schauen. Das hängt natürlich davon ab, wie sich die wirtschaftliche Situation in den nächsten Jahrzenten entwickeln wird und in welche Arten von ETFs man investiert. Grundsätzlich hängt die Rendite immer davon ab, in welchen Aktienindex man investiert. Wir investieren zum Beispiel unter anderen in ETFs die Länder wie Indien abdecken, weil wir der Meinung sind, dass diese langfristig weiter wachsen werden. Aber einen Großteil investieren wir auch in marktbreite ETFs wie den MSCI All Country oder MSCI World. Das bedeutet, wir glauben in den nächsten Jahrzehnten weiterhin daran, dass unsere Weltwirtschaft wachsen wird und wir deshalb Erträge erwirtschaften. Dies kann aber natürlich niemand voraussagen. Vielleicht sorgt stattdessen die Endlichkeit der Ressourcen auf unseren Planeten ja dafür, dass die Weltwirtschaft in Zukunft nicht mehr wachsen wird. Wenn wir uns rückwirkende Renditen bei MSCI World Indizes ansehen, so konnten diese in der Vergangenheit langfristig eine Rendite zwischen 6-10% pro Jahr erzielen.

Wie sieht eure Karriere als Privatinvestoren aus? Wann habt ihr begonnen, wie ist es bisher gelaufen und wo steht ihr heute?

Wir haben beide seit Beginn unseres Studiums damit begonnen uns intensiv mit dem Thema Finanzen auseinanderzusetzen. Nach und nach haben wir dann begonnen unser Geld zu investieren. Einerseits investieren wir beide in Einzelaktien, ETFs und P2P-Kredite. Diese Investments liefen bei uns beiden in den letzten Jahren sehr gut. Zwar haben wir auch die Erfahrung machen müssen, dass sich einzelne Werte hier und dort mal negativ entwickeln, aber unser Gesamtportfolio hat sich in den letzten Jahren positiv entwickelt. Paul hat Anfang diesen Jahres zusätzlich seine erste Wohnung gekauft. Der Wohnungskauf ging glatt über die Bühne und jetzt muss sich herausstellen, wie sich dieses Investment langfristig entwickelt. Mit unserer eigenen Firma und unserem Finanzblog investieren wir beide weiterhin maßgeblich in unser Humankapital. Das heißt wir informieren uns ständig über neue Anlagemöglichkeiten, probieren diese aus und schreiben Blogartikel darüber. Hierzu gehört in Zukunft zum Beispiel auch Grundlegendes zum Thema Optionen.

Worauf achtet ihr bei der ETF-Auswahl und was sind die größten Positionen in deinem Portfolio?

Bei der ETF-Auswahl achten wir auf mehrere Faktoren. Zunächst schauen wir danach, dass ETFs, beziehungsweise unser ETF-Portfolio möglichst breit gestreut ist. Dabei investieren wir nur in die Markt-, Regionen-, Branchen- oder Strategieindizes, bei denen wir an das zukünftige Wachstum glauben. Wenn wir den Index einmal ausgewählt haben, dann ist die ETF-Auswahl relativ einfach. Denn dann nutzen wir Seiten wie just-ETF.com, um vorhandene Produkte gemäß den Faktoren Fondsvolumen, Gesamtkostenquote, Ertragsverwendung, Ausgabedatum, Fondsdomizil, Fondswährung und Transaktionskosten miteinander zu vergleichen und wählen das beste Produkt aus. Wer nicht weiß, was diese Faktoren bedeuten, der kann hier unseren Blogartikel zu diesem Thema lesen. Unsere größten Positionen haben wir unten in der Tabelle aufgelistet. An dieser Stelle möchten wir betonen, dass es sich unserseits hierbei nicht um eine Anlageberatung handelt. Wir haben diese ETFs nach unseren individuellen Anlagezielen ausgewählt.

WKN Name
LYX0AG Lyxor MSCI World UCITS
DBX1MW XTRACKERS MSCI WORLD SWAP UCITS ETF – 1C USD ACC

Was kann ein Leser eures Finanzblog lernen?

Leser unseres Blogs können leicht verständliche Erklärungen zu verschiedenen Geldanlageprodukten in unserem Blog finden. Somit können sie einiges über verschiedene Anlagestrategien und Anlageprodukte lernen. Dabei teilen wir in vielen Blogartikeln unser Wissen aus der Praxis, damit unsere Leser schon im Voraus aus unseren Fehlern lernen können. Weiterhin bieten wir aber auch Bücher, Vergleiche und Privatseminare für unsere Leser an. Hin und wieder beschäftigen wir uns auch mit Themen, die eher indirekt mit Finanzen zu tun haben, wie z.B. mit der Frage, ob es Sinn macht, eine private Krankenversicherung abzuschließen.

Was sind eure nächsten persönlichen Ziele?

Raphael investiert in nächster Zeit maßgeblich in sein Humankapital, da er plant seine Doktorarbeit zu einem baldigen Ende zu bringen. Mit Abschluss der Doktorarbeit möchte er eine Immobilie kaufen.

Paul hat keine konkreten Renditeziele, sondern sich vorgenommen, regelmäßig neue Anlageklassen zu testen und so sein persönliches Portfolio noch breiter zu streuen. Dabei geht es auch darum, Risiken (z.B. Währungsrisiken oder Inflation) beherrschbar zu machen und das Vermögen langfristig zu sichern. Wenn man nichts tut, findet schließlich in der aktuellen Niedrigzinsphase, in der wir uns befinden, eine schleichende Enteignung statt. Das möchte er gerne vermeiden.

Das Ziel von uns beiden ist es, weiterhin unsere Leser für unseren Blog und das Thema Finanzen begeistern zu können. In diesem Zusammenhang bauen wir unser derzeitiges Angebot weiter aus, da wir neben Blogartikeln zukünftig auch Privatseminare und Coachings anbieten werden.

Welche Themen sind bei euch als nächstes geplant?

Wir haben zwei Themen in unserer Pipeline. Zunächst ist eine Artikelserie geplant, in welcher wir verschiedene Stationen im Leben eines Menschen aufführen. Auf jeder Lebensstation möchten wir die Auswirkungen auf die eigenen Finanzen erläutern und geben unseren Lesern hilfreiche Tipps mit auf dem Weg, um ihre Finanzen zu optimieren. Weiterhin beschäftigen wir uns wie bereits angekündigt grundlegend mit dem Thema Optionen.

Raphael und Paul, vielen lieben Dank für das Interview und weiterhin viel Erfolg!

Trage dich in meinem Newsletter ein!

Werbung

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.




*